26.04.2016
Norddeutschland: Warnstreiks im öffentlichen Dienst – Demo in Kiel
Die Aktionen sind Teil des Tarifkonflikts mit den öffentlichen Arbeitgebern von Bund und Kommunen. Vor dem Start der dritten und vermutlich entscheidenden Verhandlungsrunde am kommenden Donnerstag ist die Situation angespannt: „Der dbb fordert 6 Prozent mehr Einkommen, aber die Arbeitgeber mauern immer noch“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der dbb Bundestarifkommission Andreas Hemsing bei der Demo in Kiel.

„Aber nicht nur die Einkommenssteigerung ist umstritten. Die Diskussion um die Zusatzversorgung muss beendet werden. Ebenso sollten Sachgrundlose Befristungen endlich der Vergangenheit angehören“, stellte Hemsing klar.

Die Vorsitzende des dbb schleswig-holstein, Anke Schwitzer, mahnte: „Die Arbeitgeber müssen handeln. Wir brauchen einen ordentlichen Tarifabschluss, und wir brauchen dessen Übertragung auf die Beamten. Deutschland braucht einen starken öffentlichen Dienst. Und für einen starken öffentlichen Dienst brauchen wir faire Einkommen.“

Um die Zukunft der öffentlichen Dienstleistungen sorgte sich die Vorsitzende der dbb jugend schleswig-holstein, Karoline Herrmann: „Guten Nachwuchs bekommt der Staat nur, wenn er auch entsprechende Perspektiven anbieten kann. Deshalb muss nach einer erfolgreichen Ausbildung die unbefristete Übernahme stehen.“

Hintergrund:
Vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD) sind insgesamt knapp zwei Millionen Beschäftigte betroffen: 147.335 Arbeitnehmer des Bundes, 1.241.845 Arbeitnehmer der Kommunen, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie 179.595 Beamte und 179.000 Versorgungsempfänger des Bundes, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll, um den Gleichklang der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung im öffentlichen Dienst zu gewährleisten. Die wirkungsgleiche Übertragung betrifft nur die Bundesbeamten, da die Kommunalbeamten nach den jeweiligen Landesgesetzen besoldet/versorgt werden.

Mehr Informationen: www.dbb.de/einkommensrunde2016

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