03.05.2017
dbb befürchtet bröckelnden Rückhalt der Politik durch Beamte
Tellkamp: „Seit über 10 Jahren mussten die Beamten mit einem zusammengestrichenen Weihnachtsgeld und einer auf 41 Wochenstunden angehobenen Arbeitszeit leben – aus Gründen der Haushaltskonsolidierung. Diese Situation und Argumentation kann so nicht mehr fortgesetzt werden – und zwar unabhängig davon, wer nach dem 7. Mai am Ruder sitzt.

„Wenn die künftige Koalition auf den Rückhalt der Beschäftigten und auf verlässliche öffentliche Dienste setzt, müssen hier klare Signale kommen. Die Treuepflicht ist keine Einbahnstraße“, mahnt der dbb Chef.

Hinzu komme, dass es zunehmend Probleme mit Stellenbesetzungen gibt. Offensichtlich reichen die gebotenen Rahmenbedingungen nicht aus. Der öffentliche Dienst befinde sich nun einmal in Konkurrenz mit anderen Branchen um kluge Köpfe. „Doch wir dürfen nicht allein auf das Einkommen blicken, wo es die private Wirtschaft häufig leichter hat, die Nase vorn zu haben. Unverständlich ist deshalb, dass der öffentliche Dienst zum Beispiel bei der Arbeitszeitflexibilität noch weit hinter den Möglichkeiten zurückbleibt, Akzente in Sachen attraktiver Arbeitgeber zu setzen.“ An Ideen mangelt es nicht. Der dbb fragt:

Warum nimmt der öffentliche Dienst nicht eine Vorreiterrolle ein bei einem Rückkehrrecht Teilzeitbeschäftigter auf eine Vollzeitstelle? Warum werden nicht größere Spielräume für die lebensphasenorientierte Verteilung der Arbeitszeit eingeräumt? Warum wird die Altersteilzeit nicht als Instrument für alter(n)sgerechtes Arbeiten und Wissenstransfer konsequent eingesetzt? Warum steckt das mobile Arbeiten in vielen Bereichen noch in den Kinderschuhen?

„Auch mit Blick auf den Digitalisierungsprozess ist die Politik gut beraten, diese Fragen mit zukunftsfähigen Konzepten zu beantworten. Der Koalitionsvertrag könnte ein Anfang sein“, so Kai Tellkamp.

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